
Wissen aus der Gartenpraxis
Gartenkompass
Gesunde Hecken, blühende Rosen, duftende Beete und ein Garten mit Leben – praktisches Wissen aus der Zürcher Gartenpraxis, nach Themen sortiert.
Schnitt & Pflege
5 ThemenHecken schneiden
Ein guter Schnitt bringt Licht in die Hecke und fördert einen dichten Wuchs.
Die passende Form
Eine rechteckige Hecke ist einfach zu schneiden, kann aber unten durch Lichtmangel kahl werden. Eine trapezförmige Hecke – unten breiter als oben – oder eine ovale Form lässt mehr Licht an die unteren Blätter.
Regelmässig und mit Rücksicht
Regelmässige, zur Pflanzenart passende Schnitte fördern die Verzweigung. Prüfen Sie vor jedem Schnitt, ob Vögel in der Hecke brüten, und lassen Sie besetzte Nester ungestört. Starke Rückschnitte gehören ausserhalb der Brutzeit; leichte Pflegeschnitte sind nur ohne Störung der Tiere sinnvoll.
Heimische Heckenpflanzen
Hainbuche, Eibe, Kornelkirsche, Liguster, Weissdorn und Berberitze sind gute Möglichkeiten für eine naturnahe Hecke. Die Auswahl richtet sich nach Standort, Platz und gewünschtem Wuchs.
Rosen pflegen
Der richtige Schnitt hängt von der Rosengruppe ab. Ein jährlicher Schnitt kann dem Vergreisen vorbeugen und neue Triebe an der Basis fördern; Wildrosen und Rambler brauchen dagegen nicht jedes Jahr einen Rückschnitt.
Beetrosen
Totes und krankes Holz entfernen. Übrige Triebe auf etwa vier bis sieben Augen kürzen; alte Äste können an der Basis entfernt werden. Augen sind die Knospen, aus denen neue Triebe wachsen.
Edelrosen
Ähnlich wie Beetrosen schneiden, aber etwas stärker: Die verbleibenden Triebe auf etwa drei bis fünf Augen zurücknehmen.
Strauchrosen
Vor allem auslichten und abgestorbene oder sich kreuzende Triebe entfernen. Bei mehrmals blühenden Sorten fördert das Entfernen verblühter Blüten die weitere Blüte.
Kletterrosen
Zurückhaltend schneiden und ältere Triebe bei Bedarf an der Basis entfernen. Blühverhalten und Sorte bestimmen, welche Triebe erhalten bleiben.
Obstbäume schneiden
Eine ausgewogene Krone verbindet gesundes Wachstum mit guter Fruchtbildung.
Winter- oder Sommerschnitt?
Der Winterschnitt nach dem Laubfall fördert in der Regel das Triebwachstum. Ein Sommerschnitt kann starkes Wachstum bremsen oder beim Aufbau junger Kronen helfen. Der passende Zeitpunkt hängt auch von Obstart, Alter und Zustand des Baumes ab.
Pflanz- und Erziehungsschnitt
Beim jungen Baum steht ein stabiles Kronengerüst im Mittelpunkt. Der Pflanzschnitt erfolgt üblicherweise im Frühjahr, auch nach einer Herbstpflanzung. Beim Erziehungsschnitt werden steile Triebe und Konkurrenzzweige entfernt, damit sich eine ausgewogene Krone entwickelt.
Erhaltung und Verjüngung
Der Erhaltungsschnitt hält Fruchtbildung und Wachstum im Gleichgewicht und erneuert altes Fruchtholz. Bei lange ungepflegten Bäumen kann ein Verjüngungsschnitt nötig sein. Starke Eingriffe sollten fachgerecht geplant werden; neu entstehende Wasserschosse brauchen anschliessend weitere Pflege.
Rasen pflegen
Ein dichter Rasen entsteht durch richtiges Mähen, Düngen und Wässern – nicht durch möglichst viel davon.
Richtig mähen
Regelmässig mähen und pro Schnitt höchstens ein Drittel der Halmlänge kürzen. Eine Schnitthöhe von etwa 4 bis 5 cm, im Schatten und bei Trockenheit eher mehr, hält den Rasen widerstandsfähig. Scharfe Messer verhindern ausgefranste Halmspitzen.
Wässern bei Trockenheit
Lieber selten und durchdringend wässern als täglich wenig. Am besten früh morgens, damit das Wasser einsickert, bevor es verdunstet, und die Halme tagsüber abtrocknen.
Vertikutieren und Nachsäen
Bei viel Moos und Rasenfilz hilft Vertikutieren im Frühling oder Spätsommer bei wüchsigem Wetter. Kahle Stellen anschliessend nachsäen und feucht halten.
Herbst und Winter
Gut vorbereitet kommt der Garten sicher durch die kalte Jahreszeit.
Laub sinnvoll nutzen
Laub vom Rasen entfernen, damit er nicht fault – unter Hecken und auf Beeten darf es als natürlicher Bodenschutz liegen bleiben. Ein Laubhaufen in einer ruhigen Ecke wird gerne vom Igel bezogen.
Pflanzzeit Herbst
Der Herbst ist eine ideale Zeit, um Gehölze, Hecken und viele Stauden zu pflanzen. Der Boden ist noch warm, und die Pflanzen wurzeln bis zum Frühling gut ein.
Winterschutz
Empfindliche Topfpflanzen geschützt aufstellen und die Töpfe isolieren. Wasserleitungen im Garten rechtzeitig entleeren. Immergrüne Pflanzen an frostfreien Tagen bei Trockenheit giessen.
Beete & Pflanzung
5 ThemenStauden und Beete
Die richtige Pflanze am richtigen Standort spart Pflege, Wasser und Ärger.
Standort zuerst
Licht, Boden und Feuchtigkeit entscheiden, ob eine Staude gedeiht. Wer passend pflanzt, braucht weniger Dünger, Wasser und Pflanzenschutz.
Rückschnitt mit Bedacht
Viele Stauden können über den Winter stehen bleiben: Samenstände bieten Vögeln Futter, hohle Stängel Insekten ein Winterquartier. Zurückgeschnitten wird dann im Spätwinter vor dem Neuaustrieb.
Teilen und verjüngen
Werden Horste in der Mitte kahl oder blühfaul, lohnt sich das Teilen – bei Frühlingsblühern meist nach der Blüte, bei Sommer- und Herbstblühern im Frühling oder Herbst.
Frühjahrsblüher und Zwiebeltaschen
Krokus, Traubenhyazinthe und Wildtulpe bringen im März Farbe, wenn die Beete noch leer sind.
Setzen im Herbst
Blumenzwiebeln kommen von September bis Dezember in die Erde, meist dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist. In Gruppen von 15 bis 30 Stück wirkt die Blüte später natürlicher als in Reihen.
Verwildern lassen
Krokus, Traubenhyazinthe, Wald-Vergissmeinnicht und Wildtulpe vermehren sich von selbst, wenn man sie in Ruhe einzieht: Laub und Samenstände bleiben stehen, gemäht wird erst sechs bis acht Wochen nach der Blüte.
Vor Nagern schützen
Tulpenzwiebeln werden von Mäusen gern gefressen, Narzissen, Kaiser-Krone und Schneeglanz dagegen kaum. Empfindliche Zwiebeln setzt man in Drahtkörben; im Rasen unter Bäumen entsteht daraus eine Zwiebeltasche, die jedes Jahr dichter wird.
Duftgarten
Duft macht den Garten erfahrbar – und viele duftende Pflanzen sind zugleich Bienenweiden.
Duft im Jahreslauf
Im zeitigen Jahr duften Seidelbast und Veilchen, im Mai Maiglöckchen und Flieder, im Sommer Wald-Salbei, Bergminze, Ysop und Duftnessel, im Spätsommer das Herbst-Alpenveilchen. So hat der Garten vom März bis Oktober duftende Blüten.
Recht platziert
Duft wirkt dort, wo man ihn wirklich wahrnimmt: neben Sitzplatz, Weg und Haustür, in Bodennähe oder auf Augenhöhe. An warmen Nachmittagen und am Abend steigt der Duft besonders stark auf – ein Platz auf der Westseite wird abends zur duftenden Stube.
Wenig Dünger, viel Duft
Viele Duftpflanzen lieben eher mageren, durchlässigen Boden. Zu viel Stickstoff ergibt üppige Blätter statt duftender Blüten. Deshalb zurückhaltend düngen, Staunässe vermeiden und die Pflanzen nach dem Schnitt kurz zurückschneiden – das hält sie kompakt und blühfreudig.
Naschgarten
Beeren, Kräuter und Obst direkt vor der Hand – ein Naschgarten lohnt sich schon auf wenigen Quadratmetern.
Beeren, die zuverlässig tragen
Johannisbeeren, Stachelbeeren, Him- und Brombeeren gedeihen auch im Halbschatten und in kleinen Beeten; Heidelbeeren brauchen sauren, humosen Boden. Himbeeren tragen auf zweijährigen Ruten: Nach der Ernte werden die alten Ruten entfernt, die jungen Triebe im Abstand von 10 bis 15 cm angebunden.
Obst für kleine Gärten
Schwach wachsende Unterlagen, Säulenformen sowie Halb- und Niederstämme bringen Äpfel, Birnen und Quitten auch auf wenige Quadratmeter. In grossen Töpfen gedeihen Erdbeeren und Johannisbeeren, wenn sie regelmässig gegossen werden.
Nur was bekannt ist, wird gegessen
Nicht alles, was wie eine Beere aussieht, ist essbar: Eibe, Goldregen, Maiglöckchen und Kirschlorbeer sind giftig. Bei Kindern lohnt es sich, nur bekannte Arten zu pflanzen. Rhabarber nur mit den Stielen verwenden, die Blätter bleiben in der Komposttonne.
Hochbeet und Kübel
Hochbeete und grosse Töpfe bringen Gemüse und Kräuter auf Terrassen und in Gärten mit schwerem Boden – richtig gefüllt halten sie Jahre.
Von grob nach fein
Unten grobes Astwerk, darüber Laub und Rasenschnitt, oben 25 bis 30 cm eine gute Erde-Kompost-Mischung. Das macht den Aufbau durchlässig und spart Erde. Frischholz verrottet im ersten Jahr und setzt sich – dort passen Starkzehrer wie Kohl, Zucchetti oder Kartoffeln, später wird nachgedüngt.
Kübel: Wasser und Gewicht
Ein Kübel mit 40 cm Durchmesser braucht an heissen Tagen täglich Wasser – mit Abzugsloch, einer Schicht Blähton als Drainage und einem Untersetzer ohne Stauwasser. Das Gewicht mitdenken: 100 Liter nasse Erde bringen gut und gern 150 kg auf die Terrasse.
Standort und Wechsel
Kräuter, Erdbeeren und Johannisbeeren brauchen mindestens fünf Stunden Sonne, Schnittlauch und Petersilie kommen auch mit Halbschatten aus. In Kübeln alle zwei bis drei Jahre die Erde erneuern – im Topf fehlt der natürliche Nährstoffkreislauf.
Natur & Leben
3 ThemenNaturnaher Garten
Ein Garten kann schön und gleichzeitig wertvoll für Vögel, Igel und Insekten sein.
Einheimische Pflanzen
Einheimische Sträucher und Wildstauden bieten Nahrung für viele Insektenarten, die mit exotischen Ziergehölzen wenig anfangen können. Auch kleine Flächen wie eine Wildblumenecke machen einen Unterschied.
Strukturen schaffen
Asthaufen, Trockenmauern, Steinhaufen und Laub unter Hecken sind Unterschlupf für Igel, Eidechsen und Insekten. Etwas «Unordnung» an der richtigen Stelle ist gewollt.
Invasive Neophyten erkennen
Arten wie Kirschlorbeer, Sommerflieder oder Armenische Brombeere verdrängen einheimische Pflanzen. In der Schweiz ist der Verkauf mehrerer invasiver Arten seit 2024 verboten. Wir beraten gerne zu passenden Alternativen.
Nützlinge und Wildtiere
Igel, Wildbienen, Vögel und Laufkäfer halten den Garten im Gleichgewicht – sie brauchen Struktur mehr als Blumen.
Struktur statt Ordnung
Ein Asthaufen von etwa einem Meter Durchmesser, ein Steinhaufen mit sandiger Stelle und eine Laubecke unter der Hecke reichen vielen Tieren als Winterquartier. Igel wandern ungern weit – ein Durchschlupf im Zaun von 10 × 10 cm verbindet Nachbargärten.
Nisthilfen richtig pflegen
Lochnisthilfen für Wildbienen stehen trocken, nach Südosten ausgerichtet und in ein bis zwei Metern Höhe. Bambusröhrchen und Nistblöcke nach dem Schlupf im Herbst wechseln oder reinigen, sonst nisten Parasiten und Pilze. Eine Vogeltränke täglich spülen – sie ist ein Ansteckungsort.
Ohne Gift arbeiten
Läuse auf Rosen gehen nach wenigen Tagen von selbst zurück, wenn Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegenlarven da sind; ein scharfer Wasserstrahl oder eine Seifenlösung hilft nach. Gegen Schnecken wirken Schneckenkragen, früh austreibende Beerensorten und tägliches Absammeln zuverlässiger als Streugut.
Teich und Wasser im Garten
Ein kleiner Teich verändert den Garten: er kühlt, spiegelt das Licht und zieht Libellen, Frösche und Vögel an.
Standort und Tiefe
Vier bis sechs Stunden Sonne sind günstig; die flache Uferzone sollte 20 bis 30 cm tief sein, die Mitte 40 bis 60 cm. Wer Fische oder Frösche überwintern will, plant 80 cm ein, damit der Teich nicht durchfriert. Ein Teich direkt unter Bäumen kostet im Herbst Laubarbeit, und vor dem Graben gehört geprüft, wo Leitungen liegen.
Zonen statt Fische
Flachwasserzone mit Binsen und Froschlöffel, Tiefenzone mit einer Seerose – ohne Fische bleibt das Wasser klar, und Frösche, Libellen und Molche können sich vermehren, weil Fische Laich und Kaulquappen fressen.
Wasser halten
Im Sommer verdunstet ein Teich mehrere Liter pro Tag. Nachgefüllt wird mit Regenwasser aus der Tonne; Leitungswasser nur sparsam, weil es Nährstoffe und Kalk einträgt und damit Algen fördert. Verdunstet das Wasser, bleiben die Nährstoffe zurück – regelmässig nachfüllen hält die Konzentration tief.
Überwintern
Im Herbst ein Laubnetz über den Teich spannen – faulendes Laub entzieht dem Wasser Sauerstoff. Ein schwimmender Holzblock, eine mit Sand gefüllte PET-Flasche oder ein Bündel dünner Zweige (Reisig) hält eine eisfreie Stelle offen, damit Faulgase entweichen und Sauerstoff ins Wasser kann; diese Stelle wöchentlich kontrollieren und vom Schnee befreien, damit Licht zu den Wasserpflanzen kommt. Eis niemals aufschlagen – die Stosswellen sind für Frösche und Fische tödlich; lieber warmes, nicht kochendes Wasser auf die Eisfläche giessen. Bei Dauerfrost läuft eine kleine Pumpe oder ein Solar-Belüfter einige Stunden am Tag.
Boden & Wasser
2 ThemenBoden verbessern und kompostieren
Guter Boden speichert Wasser und Nährstoffe von selbst. Einmal aufgebaut, arbeitet er für Sie – mit Kompost, Mulch und wenig Umgraben.
Kompost, der klappt
Grünes (Rasenschnitt, Gemüseabfälle) und Braunes (Laub, Zweige, Stroh) abwechseln, feucht halten wie ein ausgedrückter Schwamm und Stückgut 10 bis 20 cm klein häckseln. Reif ist der Kompost nach sechs bis neun Monaten: dunkel, krümelig, nach Waldboden riechend.
Mulch statt umgraben
Eine drei bis fünf Zentimeter hohe Schicht Rasenschnitt, Laub oder Rindenkompost hält die Feuchtigkeit, unterdrückt Beikräuter und füttert das Bodenleben. Umgegraben wird nur, wo der Boden verdichtet ist – die Schichten und Pilznetze bleiben sonst intakt.
Kalken und düngen nach Bedarf
Vor einer Düngung eine Bodenprobe machen; sie ist über die kantonale Beratungsstelle günstig möglich. Gekalkt wird nur nach Analyse und meist nicht öfter als alle drei bis fünf Jahre. Zu viel Stickstoff macht weiche, anfällige Triebe – reifer Kompost reicht in den meisten Beeten.
Giessen und Wasser sparen
Weniger oft, dafür durchdringend giessen – so wachsen Wurzeln in die Tiefe statt an die Oberfläche.
Richtig giessen
Am besten früh morgens, mit etwa 15 bis 20 Litern pro Quadratmeter, damit die oberen 15 bis 20 cm durchfeuchtet werden. Mittags verdunstet ein grosser Teil, abends bleiben die Blätter lange nass. Gegossen wird direkt auf den Boden, nicht über das Blatt.
Tropfschlauch, Tonne, Zisterne
Ein Tropfschlauch unter der Mulchschicht bringt das Wasser an die Wurzeln und braucht deutlich weniger als ein Sprüher. Regentonne oder Zisterne entlasten die Leitung; bei Versickerungsmulden und Zisternen die Vorschriften der Gemeinde vorab klären.
Neue Pflanzen anwässern
Junge Gehölze und Stauden brauchen im ersten Jahr planmässig Wasser: an Hitzetagen 10 bis 20 Liter pro Baum und Woche, am Rand der Baumscheibe statt am Stamm. Ein Giessrand und fünf Zentimeter Mulch halten die Feuchtigkeit; im Herbst Leitungen und Pumpen entleeren.
Gebaut & Gestaltet
2 ThemenVertikalbegrünung
Begrünte Wände, Zäune und Rankhilfen nutzen den Platz in die Höhe – für Sichtschutz, Kühlung und Lebensraum.
Kletterhilfe statt Haftwurzeln
Selbstklimmer wie Efeu und Wilder Wein haften direkt an der Wand und gehören auf festes Mauerwerk ohne Putz. Bei verputzten und gedämmten Fassaden ist eine Abstandskonstruktion aus Spanndrähten oder Spalieren die sichere Wahl: 10 bis 20 cm Luftspalt lassen die Wand abtrocknen, und der Putz bleibt intakt.
Pflanzenwahl nach Himmelsrichtung
Nordwände mögen Efeu, Kletterhortensie und Waldreben, an Ost- und Westwänden fühlen sich Geissblatt und Waldreben wohl, an Südwänden blühen Kletterrosen. Immergrüner Efeu gibt auch im Winter Sichtschutz, sommergrüne Kletterer lassen die Sonne durch.
Kübel, Zaun und Kräuterranken
Auf Balkon und Terrasse genügt ein hoher Kübel mit Rankgitter. Kapuzinerkresse und Feuerbohnen ranken schnell und sind essbar, Gehölze wie Geissblatt brauchen eine stabile Befestigung. Neue Triebe regelmässig anbinden – lose Triebe reissen bei Sturm leicht ab.
Wege, Plätze und Terrassen
Wege und Plätze tragen, führen durch den Garten und müssen Wasser abgeben – ein Gefälle von ein bis zwei Prozent entscheidet, ob Pfützen entstehen.
Der Unterbau ist die Hälfte
Ein Belag hält nur auf gewachsenem, verdichtetem Boden: 25 bis 40 cm Frostschutzschicht lagenweise verdichtet, 5 cm Bettung, Belag mit Fugen. Randsteine oder eine seitliche Sicherung verhindern, dass die Steine mit der Zeit ausweichen.
Wasser durchlassen
Offene Sandfugen, Sickerfugenmörtel oder Rasenfugenpflaster halten die Fläche durchlässig. In vielen Gemeinden soll Regenwasser vor Ort versickern – eine wasserdurchlässige Bauweise ist dann die einfachste Lösung und braucht keinen zusätzlichen Abfluss.
Hitze und Kante
Dunkle Plattenflächen werden im Sommer heiss; helle Beläge, eine Ranklaube oder Bepflanzung am Rand halten die Temperatur im Rahmen. Eine schmale Bepflanzungstasche zwischen Belag und Beet nimmt Spritzwasser auf und begrünt die Kante.
Das Gartenjahr im Überblick
Die wichtigsten Arbeiten nach Jahreszeit – als Orientierung für Gärten im Raum Zürich. Witterung und Pflanzenart bestimmen den genauen Zeitpunkt.
Frühling (März–Mai)
- Stauden und Gräser zurückschneiden
- Rosen schneiden, wenn die Forsythien blühen
- Rasen vertikutieren und düngen
- Beete vorbereiten und pflanzen
- Beerensträucher und Kräuter für den Naschgarten setzen
- Mulch drei bis fünf Zentimeter hoch auf die Beete bringen
Sommer (Juni–August)
- Hecken-Formschnitt nach der Hauptbrutzeit
- Verblühtes entfernen
- Durchdringend wässern bei Trockenheit
- Sommerschnitt bei Obstbäumen
- Kletterpflanzen anbinden, Himbeeren nach der Ernte schneiden
- Kompost wenden und feucht halten
Herbst (Sept.–Nov.)
- Gehölze, Hecken und Stauden pflanzen
- Laub vom Rasen entfernen
- Blumenzwiebeln setzen
- Wasserleitungen entleeren
- Reifen Kompost sieben und in die Beete einarbeiten
Winter (Dez.–Feb.)
- Obstbäume an frostfreien Tagen schneiden
- Stärkere Rückschnitte ausserhalb der Brutzeit
- Winterschutz kontrollieren
- Rankhilfen und Spaliere montieren
- Wildbienen-Nisthilfen reinigen oder wechseln
- Gartenplanung fürs neue Jahr
Häufige Fragen
Wann darf man in der Schweiz Hecken schneiden?
Pflegeschnitte sind grundsätzlich ganzjährig möglich, sofern keine brütenden Vögel gestört werden. Starke Rückschnitte sollten ausserhalb der Brutzeit, also etwa von Oktober bis Februar, erfolgen. Prüfen Sie vor jedem Schnitt, ob Nester besetzt sind.
Wann ist die beste Zeit, um Rosen zu schneiden?
Der Hauptschnitt erfolgt im Frühling, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind – eine bekannte Faustregel ist die Forsythienblüte. Im Sommer werden Verblühtes und schwache Triebe entfernt.
Wann schneidet man Obstbäume?
Der klassische Winterschnitt erfolgt nach dem Laubfall an frostfreien Tagen und fördert das Wachstum. Ein Sommerschnitt bremst starkes Wachstum. Steinobst wie Kirschen wird oft nach der Ernte geschnitten.
Welche Hecke ist eine gute Alternative zu Kirschlorbeer?
Kirschlorbeer gilt in der Schweiz als invasiv. Gute einheimische Alternativen sind je nach Standort Hainbuche, Eibe, Liguster, Feldahorn oder eine gemischte Wildhecke.
Welche Pflanzen passen in einen Duftgarten beim Sitzplatz?
Bewährt haben sich niedrig bleibende Arten wie Bergminze, Ysop und Veilchen direkt am Wegrand, dazu Wald-Salbei und Duftnessel etwas weiter zurück. Im zeitigen Jahr duften Seidelbast und Maiglöckchen. Entscheidend ist der Platz: Duftpflanzen kommen dort am besten zur Geltung, wo man sie passiert – neben Sitzplatz, Treppe oder Haustür.
Wie begrüne ich eine Fassade, ohne sie zu beschädigen?
Bei verputzten oder gedämmten Fassaden wachsen Kletterpflanzen am besten an einer Abstandskonstruktion aus Spanndrähten oder Holzspalieren mit 10 bis 20 cm Luftspalt zur Wand. Selbstklimmer wie Efeu oder Wilder Wein gehören nur auf festes Mauerwerk ohne Putz, weil ihre Haftwurzeln Putz und Dämmung angreifen können. Vorher klären, ob die Statik das Mehrgewicht im Volllaub trägt.
Wie oft muss ich meinen Garten giessen?
In der Regel genügt alle sieben bis zehn Tage eine durchdringende Gabe von etwa 15 bis 20 Litern pro Quadratmeter – lieber selten und reichlich als täglich ein wenig. Junge Pflanzen, Kübel und Sandböden brauchen häufiger Wasser, mulchierte Beete deutlich weniger.
Was gehört in den Kompost – was nicht?
Rasenschnitt, Laub, Zweige, Obst- und Gemüseabfälle, Kaffeesatz und zerkleinerte Eierschalen: abwechselnd grünes und braunes Material, feucht wie ein ausgedrückter Schwamm. Nicht hinein gehören Fleisch und Gekochtes, kranke Pflanzenteile, Samenunkraut und grössere Mengen Asche.
Muss ein Gartenweg wasserdurchlässig sein?
In vielen Gemeinden soll Regenwasser vor Ort versickern. Offene Sandfugen, Sickerfugenmörtel oder Rasenfugenpflaster sind deshalb die einfache Lösung. Wie Ihre Gemeinde es handhabt, klären wir vor der Offerte – eine versiegelte Fläche braucht sonst einen zusätzlichen Abfluss.
Wie halte ich Schnecken ohne Gift zurück?
Schneckenkragen bei Einzelstämmen, früh austreibende Beerensorten, tägliches Absammeln am Abend und eine breit aufgestellte Nützlingsgemeinschaft wirken zuverlässiger als Streugut. Pellets nur punktuell und in kleinen Mengen einsetzen.
Gibt es Fördergelder für Entsiegelung oder Begrünung?
In der Stadt Zürich beteiligt sich Grün Stadt Zürich im Förderprogramm «Stadtgrün» mit einmaligen Beiträgen von 50 Prozent der Gesamtkosten pro Massnahme, höchstens Fr. 1 000 000 – an Vertikal- und Dachbegrünung, ökologischer Aufwertung von Aussenräumen, Entsiegelung im Bestand, Baumpflanzungen und am Erhalt bestehender Bäume. Auch die Pflege kann mitfinanziert werden: Die zweijährige Erstellungspflege einer Begrünung und die vierjährige Entwicklungspflege frisch gepflanzter Bäume sind auf Wunsch Teil der Förderung, brauchen dafür aber einen separaten Antrag. Voraussetzung ist eine naturnahe Ausgestaltung mit überwiegend einheimischen Pflanzen – bei uns mindestens 80 % – und ohne invasive Neophyten. Die früheren Programme «Mehr als Grün» und «Vertikalbegrünung» sind heute darin enthalten. Wichtig: Der Antrag muss vor Baubeginn elektronisch über das städtische Webportal eingereicht werden, und die geförderte Massnahme ist während zehn Jahren zu erhalten und fachgerecht zu pflegen. Geiser Gartenbau stellt die erforderlichen Unterlagen zusammen und reicht die Anträge für Sie ein.
Übernehmen Sie die Gartenpflege in Zürich auch regelmässig?
Ja. Geiser Gartenbau übernimmt Gartenpflege, Baum- und Heckenschnitt in Zürich und Umgebung – einmalig oder als regelmässige Pflege. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung.
Ihr Garten in guten Händen
Jeder Garten ist anders. Gerne beraten wir Sie zur passenden Pflege Ihrer Pflanzen.
